Glossar

  • A
    anthropogen (griechisch anthropos=Mensch, genese=Erzeugung/Erschaffung) Durch den Menschen entstanden, verursacht, hergestellte oder beeinflusst. Die Bezeichnung wird häufig für Eingriffe des Menschen in die Umwelt und und von ihm verursachte Umweltprobleme verwendet.
  • B
    Bakterien Wissenschaftlich Bacteria; sind einzellige Mikroorganismen ohne Zellkern, so dass die DNS frei im Cytoplasma liegt. Im Gegensatz zu Viren verfügen sie über eine Zellwand.
    Berner Konvention Die Berner Konvention ist ein Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume und ein völkerrechtlicher Vertrag des Europarates über den Schutz europäischer wildlebender Tiere und Pflanzen aus dem Jahr 1979. 46 europäische und 4 afrikanische Staaten (Burkina Faso, Marokko, Senegal und Tunesien, auf deren Staatsgebiet Überwinterungsgebiete europäischer Vogelarten liegen), sowie die EU als internationale Organisation sind die Mitglieder der Konvention.
    Besonders geschützte Art Sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz Arten mit besonderem Schutzstatus. Der "besondere" Artenschutz – und der "strenge" Artenschutz sind im Bundesnaturschutzgesetz (vergleiche 5. Kapitel / Abschnitt 3) und in der Bundesartenschutzverordnung vom 16.2.2005 geregelt. Hierbei ist in den Begriffsbestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes (vergleiche § 7) bereits festgelegt, welche Tiere oder Pflanzen zu einer "besonders geschützten Art" gehören und was unter einer "streng geschützten Art" zu verstehen ist.
    Biodiversität Kommt von Bios (Leben) und Diversität (Vielfalt), also die Vielfalt des Lebens.
    Biotop Der räumliche Teil eines Ökosystems.
    Bonner Konvention Ein Übereinkommen zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten vom 23. Juni 1979 trat am 1. November 1983 in Kraft. Es enthält die Verpflichtung der Vertragsstaaten, Maßnahmen zum weltweiten Schutz und zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten zu treffen, einschließlich ihrer nachhaltigen Nutzung.
  • C
    Chiroptera Lateinischer Begriff für die Ordnung der Fledertiere.
  • E
    Eizelle Weibliche Keimzelle vielzelliger Organismen mit nur einem Chromosomensatz, aus der sich, in der Regel nach Befruchtung durch die männliche Keimzelle, ein neues Individuum entwickelt. 
    Ektoparasiten Organismen, die an der Oberfläche anderer Organismen längere Zeit parasitisch Nahrung entnehmen und meist durch Anheftungsorgane dauerhaft an ihnen befestigt sind. Tierische Ektoparasiten sind z.B. Läuse oder Flöhe.
    Eurasien Eurasien ist ein geographisch-geologischer Begriff für Europa und Asien als ein zusammengefasster Kontinent. Dieser hat eine Fläche von 55 Millionen Quadratkilometern und etwa 4,7 Milliarden Einwohner. Mit diesem Begriff wird der Tatsache Rechnung getragen, dass Europa und Asien seit ca. 250 Millionen Jahren Teile einer zusammenhängenden Landmasse sind.
    Eurobats Ein Abkommen zur Erhaltung der europäischen Fledermauspopulationen. 36 Vertragsstaaten haben sich dazu verpflichtet, den Schutz aller 53 europäischer Fledermausarten durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen. Das Abkommen steht nicht nur europäischen Staaten offen, sondern allen Arealstaaten, die zum Verbreitungsgebiet mindestens einer europäischen Fledermauspopulation gehören. Wichtige Instrumente des Abkommens sind Regelungen zur Entnahme von Tieren, die Benennung von bedeutsamen Schutzgebieten sowie die Förderung von Forschung, Monitoring und Öffentlichkeitsarbeit.
  • F
    Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie oder Habitatrichtlinie, ist eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union. Die korrekte deutsche Bezeichnung der FFH-Richtlinie lautet: Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen. Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie hat zum Ziel, wildlebende Arten, deren Lebensräume und die europaweite Vernetzung dieser Lebensräume zu sichern und zu schützen. Die Vernetzung dient der Bewahrung, (Wieder-)herstellung und Entwicklung ökologischer Wechselbeziehungen sowie der Förderung natürlicher Ausbreitungs- und Wiederbesiedlungsprozesse. Sie dient damit der von den EU-Mitgliedstaaten 1992 eingegangenen Verpflichtungen zum Schutz der biologischen Vielfalt (Biodiversitätskonvention, CBD, Rio 1992). Welche Gebiete für dieses Schutzgebietsnetz ausgewählt werden - genauer, welche Arten und Lebensraumtypen geschützt werden sollen - ist auf verschiedenen Anhängen der FFH-Richtlinie aufgeführt.
    Fledertiere Lat. Chiroptera, die Ordnung der Säugetiere. Zu ihnen gehören Fledermäuse und Flughunde.
    FM Die Rufe von Fledermäusen lassen sich entsprechend ihrer Form bzw. ihres Verlaufs in vier unterschiedliche Typen einteilen. Die Rufform wird beschrieben entsprechend des Verlaufs und der Änderung der Frequenzen im Zeitverlauf. Ein frequenzmodulierter Ruf (FM) ist moduliert. Er tritt bei allen Arten der Gattungen Myotis, Vespertilio, Eptesicus und Nyctalus auf.
    Frugivor früchtefressend, sich von Früchten ernährend
  • G
    Gleichwarme Tiere (Auch homoiotherm genannt; ist die Fähigkeit der Warmblüter (insbesondere Vögel und Säuger), die Körperinnentemperatur unabhängig von Schwankungen der Umwelttemperatur in Grenzen auf einen mehr oder weniger konstanten Wert einzuregulieren.) Tiere, die ihre Körpertemperatur von der Außentemperatur weitgehend unabhängig konstant halten (Vögel und Säugetiere).
    Guano Ein feinkörniges Gemenge von verschiedenen Phosphaten, verschiedenen Apatiten und Nitraten und organischen Verbindungen. Er entsteht aus Exkrementen von Seevögeln, wie Pinguinen oder Kormoranen. Die Exkremente von Fledermäusen werden als Fledermausguano bezeichnet.
  • H
    Habitat Habitat = Lebensraum, bezeichnet in der Biologie den charakteristischen Aufenthaltsbereich einer bestimmten Tier- oder Pflanzenart.
    Hemerophob Auch Kulturflüchter genannt; sind in der Zoologie Tierarten, die die Nähe des Menschen meiden. Bei zunehmender Besiedelung und anthropogener Veränderung der Landschaft geben sie diese Lebensräume auf und verschwinden.
  • I
    Insektivor insektenfressend, sich von Insekten ernährend
    IUCN Sie wird auch Weltnaturschutzunion genannt und ist eine internationale Organisation, die keiner Regierung angehört. Ihr Ziel ist die Sensibilisierung für den Natur- und Artenschutz. So erstellt die IUCN zum Beispiel die Rote Liste gefährdeter Arten und kategorisiert Schutzgebiete. Sie hat außerdem den Beobachterstatus bei der UN-Vollversammlung.
  • K
    Keimruhe (Der Östrus der Weibchen und die Spermatogenese der Männchen erstreckt sich bei Fledermäusen vom Spätsommer bis in den Herbst hinein. Zur Geburt kommt es jedoch erst nach der Winterruhe. Weibchen sind in der Lage, die Spermien über mehrere Monate im Uterus oder im Eileiter zu speichern. Erst kurz vor dem Erwachen aus der Winterruhe erfolgt der Eisprung und die Befruchtung der Eier. Bei einigen Fledermausfamilien kommt es auch zu einer verzögerten Einpflanzung. Dies ist beispielsweise bei den Flughunden (Pteropodidae), den  Glattnasen (Vespertilionidae) und den Hufeisennasen (Rhinolophidae) der Fall. Bei einigen wenigen Arten kommt es auch zu einer Keimruhe während der Embryonalentwicklung (Diapause). Grundsätzlich kommen die Jungen in Zeiten reichhaltiger Nahrung zur Welt. Dies macht Sinn, da das Säugen vor allem für Fledermäuse energetisch sehr kostspielig ist.) Beschreibt den Vorgang einer Entwicklungsverzögerung einer befruchteten Eizelle. Diese Funktion gewährleistet, dass die Jungen zu einem günstigen Zeitpunkt geboren werden.
  • M
    Mammalia (Mammalia = Säugetiere; sind eine Klasse der Wirbeltiere. Zu ihren kennzeichnenden Merkmalen gehören das Säugen des Nachwuchses mit Milch, die in den Milchdrüsen der Weibchen produziert wird, sowie das Fell aus Haaren, das sie in Kombination mit der gleichwarmen Körpertemperatur relativ unabhängig von der Umgebungstemperatur macht. Bis auf wenige Ausnahmen (Kloakentiere) sind Säugetiere lebendgebärend.) Wissenschaftliche Bezeichnung für die Klasse der Säugetiere. Es handelt sich um Tiere, die lebenden Nachwuchs zur Welt bringen und diesen mit Milch säugen.
    Mikrohabitate (Habitat = Lebensraum, bezeichnet in der Biologie den charakteristischen Aufenthaltsbereich einer bestimmten Tier- oder Pflanzenart, beziehungsweise den durch spezifische abiotische und biotische Faktoren bestimmten Lebensraum, an dem die Art in einem Stadium ihres Lebenszyklus lebt. Sehr kleinräumige oder speziell abgegrenzte Habitate werden als Mikrohabitate bezeichnet.) Kleinräumige oder speziell abgegrenzte Lebensräume.
    Milben (Milben (Acari) sind eine Unterklasse der Spinnentiere (Arachnida) im Stamm der Gliederfüßer (Arthropoda). Mit etwa 50.000 bekannten Arten in 546 Familien sind sie die artenreichste Gruppe der Spinnentiere. Sie leben meist parasitisch.) Zu den Spinnentieren gehörende Unterklasse. Meist parasitisch lebend.
    Morphologie Morphologie (von *morpho- , griech. logos = Kunde; Adj. morphologisch), Formenlehre, Gestaltlehre, eine Disziplin der Biologie, die sich mit der Körper-Gestalt, dem Aufbau und den Lageverhältnissen der Organe von Lebewesen befasst.
  • N
    Naturschutzrecht (Wichtigste Rechtsgrundlage des Naturschutzes in Deutschland ist das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), das unter anderem europäische Naturschutzrichtlinien, insbesondere die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (RL 92/43/EWG) und die Vogelschutzrichtlinie (RL 2009/147/EG), in nationales Recht umsetzt. ) Rechtsgrundlage des Naturschutzes. Enthält u. a. Vorgaben zum Art- und Gebietsschutz.
  • O
    Ökosystem (Beziehungsgefüge von Lebewesen (Mikroorganismen, Pflanzen, Pilze, Tiere, Mensch) untereinander (Biozönose) und mit einem Lebensraum (Biotop) bestimmter Größenordnung (z.B. See, Wald, Korallenriff). ) Einheit der Biosphäre, in der Biotop und Biozönose in Wechselbeziehung stehen.
  • P
    Paläarktis Die Paläarktis umfasst den nicht-tropischen Teil der Alten Welt, d.h. Eurasien (einschließlich Island, Spitzbergen, Nowaja Semlja, die Neusibirischen Inseln, Korea, Japan) und Nordafrika bis zur Südgrenze der Sahara.
    Parasiten (Auch Schmarotzer genannt, sind Lebewesen, die dauernd oder vorübergehend auf (Ektoparasiten) oder in (Endoparasiten) einem andersartigen Organismus, dem Wirt, leben und diesen schädigen, ihn aber höchstens zu einem späteren Zeitpunkt töten. Neben dem "Energieraub" können die Schädigungen vor allem mechanisch oder toxisch erfolgen. Bei vielen Ektoparasiten resultiert die Schädigung weniger aus dem Blutverlust als aus der Übertragung anderer Parasiten.) Sind Lebewesen, die Nahrung bzw. Ressourcen von einem Wirtstier beziehen. Der Wirt wird dabei geschädigt, bleibt jedoch am Leben. In nur seltenen Fällen führt dies auch zum Tod des Wirtes.
    Präadaption Auch Präadaptation genannt, ist ein Synonym für Voranpassung. Sie bezeichnet das Vorhandensein von Merkmalen, die sich bei Veränderungen der Umwelt als Vorteil erweisen.
    Prädator In der Ökologie ein Organismus, der sich von anderen, noch lebenden Organismen oder Teilen von diesen ernährt, wobei eine Art (der Prädator oder Räuber) die andere Art (Beute) tötet und als Nahrungs-Ressource nutzt.
  • Q
    QCF Die Rufe von Fledermäusen lassen sich entsprechend ihrer Form bzw. ihres Verlaufs in vier unterschiedliche Typen einteilen. Die Rufform wird beschrieben entsprechend des Verlaufs und der Änderung der Frequenzen im Zeitverlauf. Ein quasi konstantfrequenter Ruf (QCF) ist kaum moduliert. Er tritt bei allen Arten der Gattungen Pipistrellus, Vespertilio, Eptesicus und Nyctalus auf.
  • S
    Säugetier (Mammalia = Säugetiere; sind eine Klasse der Wirbeltiere. Zu ihren kennzeichnenden Merkmalen gehören das Säugen des Nachwuchses mit Milch, die in den Milchdrüsen der Weibchen produziert wird, sowie das Fell aus Haaren, das sie in Kombination mit der gleichwarmen Körpertemperatur relativ unabhängig von der Umgebungstemperatur macht. Bis auf wenige Ausnahmen (Kloakentiere) sind Säugetiere lebendgebärend.)
    Schall/Schallwellen Mechanische Schwingungen in einem elastischen Medium, z.B. Wasser/Luft Diese Schwingungen verbreiten sich in Form von Druck- und Dichteschwankungen, Schallwellen genannt.
    Spektrogramm Ein Spektrogramm ist eine visuelle Darstellung des Frequenzspektrums eines Signals, da dieses mit der Zeit oder einer anderen Variablen variiert. Es stellt die Zusammensetzung eines Signals (zum Beispiel eines Klangs oder gesprochener Sprache) aus einzelnen Frequenzen im zeitlichen Verlauf dar.
    Spermaspeicherung Bei vielen Wirbeltieren mit innerer Befruchtung erfolgt die Verschmelzung von Eizelle und Spermium relativ kurzfristig nach der Kopulation. Es kann aber auch vorkommen, dass Sperma gespeichert wird. In solchen Fällen findet die Kopulation deutlich vor der Ausreifung der Eier statt. Innerhalb der Säugetiere kommt eine längerfristige Spermienspeicherung nur bei den insektenfressenden Fledermäusen vor.
    Streng geschützte Art (Der "besondere" Artenschutz – und der "strenge" Artenschutz sind im Bundesnaturschutzgesetz (vergleiche 5. Kapitel / Abschnitt 3) und in der Bundesartenschutzverordnung vom 16.2.2005 geregelt. Hierbei ist in den Begriffsbestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes (vergleiche Paragraf 7) bereits festgelegt, welche Tiere oder Pflanzen zu einer "besonders geschützten Art" gehören und was unter einer "streng geschützten Art" zu verstehen ist.)
    Systematik In der Biologie die Einteilung, Benennung, Identifizierung und Rekonstruktion der Stammesgeschichte von Lebewesen. Die klassische evolutionäre Klassifikation ist wie folgt: Reich, Stamm, Klasse, Ordnung, Familie, Gattung, Art
  • T
    Territorium (Ein begrenztes Gebiet innerhalb der für eine bestimmte Tierart typischen Lebensstätte, von dem ein Einzeltier, eine Familie oder eine Sippe Besitz ergriffen hat. Es wird gegenüber Eindringlingen verteidigt. Die Bindung an ein Territorium kann vorübergehend sein, wie bei unseren heimischen Fledermäusen während der Balzzeit.) Aufenthaltsbereich einer Tierart, die gegen Artgenossen verteidigt wird.
    Tragus Die anatomische Bezeichnung für jenen Knorpelanteil der Ohrmuschel, der eine Erhebung vor dem Eingang des äußeren Gehörgangs bildet. Bei Fledermäusen wird die Form. Länge und Farbe des Tragus auch oft als Artbestimmungsmerkmal berücksichtigt.
    Transekt Ein Satz von Mess- bzw. Beobachtungspunkten entlang einer festgelegten Strecke. Sie werden in wissenschaftlichen Disziplinen verwandt und stellen einen räumlichen Bezug zum Untersuchungsobjekt her.
  • U
    Ultraschall Schall in Frequenzen oberhalb des menschlichen Hörvermögens. Umfasst Frequenzen ab etwa 16 kHz.
    Urban heat island effect Bezeichnet ein städtisches Gebiet, welches deutlich wärmer als seine umliegende ländliche Umgebung ist und wobei der Temperaturunterschied üblicherweise nachts höher als tagsüber ist.
    urban tolerant Englischer Fachbegriff, übersetzbar mit Stadt-tolerant. Bezeichnet in der Biologie Organismen, die besser mit den Umweltbedingungen in Städten zurecht kommen als andere.
  • V
    Verhaltensadaptation (Bezeichnung für die in physiologischer Reaktionsbreite liegende Anpassung von Organismen oder Organen an kurzfristige, langfristige bzw. wiederholte Wirkung von Umweltreizen. Verhaltensadaptation=Verhaltensanpassung) Beschreibt die flexiblen Anpassungen von Verhalten an die jeweiligen Umweltbedingungen.
    Viren (Von den echten Mikroorganismen und Organismen unterscheiden sich Viren grundlegend durch ihre Zusammensetzung (Fehlen einer zellulären Organisation) und Vermehrungsweise. Da Viren keinen eigenen Stoffwechsel besitzen, sind sie als besondere Form obligat intrazellulärer Parasiten zur Vermehrung auf die Zellen echter Organismen angewiesen.) Sind infektiöse Partikel, die sich nur in einer geeigneten Wirtszelle vermehren können und den Organismus schwächen. Viren besitzen keinen eigenen Stoffwechsel und werden daher nicht zu den Lebewesen gezählt.
  • W
    Wechselwarme Tiere Da diese Organismen den größten Teil ihrer Wärmeenergie aus der Umgebung beziehen müssen, bezeichnet man sie auch als ektotherm im Gegensatz zu den endothermen (homoiothermen) Tieren, die körpereigene Wärme produzieren. ) Tiere, die ihre Körpertemperatur an die Umgebungstemperatur anpassen (Bsp. Insekten, Fische, Amphibien, Reptilien).
    Winterruhe (Bezeichnung für die im Unterschied zum Winterschlaf nicht allzu tiefe, häufiger auch zur Nahrungsaufnahme unterbrochene Ruhe- und Schlafphase während des Winters bei verschiedenen Säugetieren, z.B. Dachs, Bären, Eichhörnchen u.a. Die Körpertemperatur sinkt während dieses Ruhezustands nicht ab; eine Einsparung an Stoffwechselenergie wird nur durch das körperliche Ruhen erreicht.) Hierunter versteht man eine Form des Winterschlafes gleichwarmer Tiere, der jedoch durch Wachzustände unterbrochen wird.
    Winterschlaf (Auch Hibernation, ist eine Schlafperiode bei einigen Säugetieren, die mit stark herabgesetzten Lebensfunktionen verbunden ist, um die nahrungsarme Winterzeit in einem Zustand der Lethargie zu verbringen. Zu den Winterschläfern zählen vor allem Vertreter niederer Warmblüter-Gruppen, wie Fledermäuse (Microchiroptera), Igel (Erinaceidae) und einige Nagetiere, wie z.B. Hamster (Cricetinae), Siebenschläfer (Gliridae) und Murmeltiere, die ohnehin niedrigere und von der Umwelt beeinflusste Wachtemperaturen aufweisen. ) Hierunter versteht man einen besonderen Ruhezustand gleichwarmer Tiere, bei dem die Körpertemperatur um 5°C herabgesetzt ist. Alle Lebensvorgänge sind auf ein Minimum reduziert. Der Winterschlaf wird nicht durch Wachzustände unterbrochen.
    wirtsspezifisch Wirtsspezifität ist die Beschränkung des Vorkommens einer Parasiten-Art auf wenige Wirtsarten (Artspezifität), im Extremfall nur eine.
    Wochenstube Als Wochenstube wird in der Zoologie das Quartier bezeichnet, in dem sich Fledermausweibchen zusammenfinden und ihre Jungtiere zur Welt bringen. Sie können je nach Art und Quartierbeschaffenheit einige wenige bis hin zu 1.000 Tiere umfassen.
  • Z
    Zecken (Mittelgroße bis sehr große Milben. Man unterscheidet 2 große Gruppen: Lederzecken oder Saumzecken (z.B. die Taubenzecke) und Schildzecken (z.B der Holzbock). Sie können beim Blutsaugen äußerst gefährliche Krankheitserreger auf Haustiere und Mensch übertragen. In Mitteleuropa sind dies hauptsächlich die der Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME), der Lyme-Borreliose, des Q-Fiebers und zunehmend der Ehrlichiose (Ehrlichia).) Zu den Milben gehörende Spinnentiere. Leben parasitisch, alle Arten sind blutsaugend.
    Zoonose Krankheit, die vom Tier auf den Menschen (und andersherum) übertragbar ist. (Der Begriff Zoonose leitet sich aus griechischen Wörtern zoon (Lebewesen) und nosos (Krankheit) ab. Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die von Bakterien, Parasiten, Pilzen, Prionen oder Viren verursacht und wechselseitig zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können. Eine Übertragung kann durch einen direkten Kontakt, über Vektoren wie z. B. Zecken und Mücken, aber auch über Milch, Eier, Fleisch oder andere Lebensmittel erfolgen. Viele altbekannte, aber auch neu auftretende Infektionskrankheiten fallen unter diesen Begriff. Durch Faktoren wie ein schnelles Bevölkerungswachstum, zunehmende Mobilität, veränderte Tierzucht und -haltung sowie Klimaveränderungen gewinnen Zoonosen immer mehr an Bedeutung.)